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Hefe statt Plastik, biologische Grundlagen neurologischer Krankheiten, molekulare Klebstoffe gegen Krebs: Auszeichnungen für junge österreichische ForscherInnen vergeben 12. ÖGMBT-Jahrestagung: international aufsehenerregende Publikationen mit Life Science Research Awards Austria 2020 ausgezeichnet

Bei Österreichs größtem Event der Life-Science-Community sind am Montag in Wien fünf junge Wissenschaftler/innen für ihre international aufsehenerregenden Arbeiten ausgezeichnet worden: Die Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) zeichnete bei ihrer 12. Jahrestagung Laura D. Gallego Valle (Max Perutz Laboratories), Cristina Mayor-Ruiz (CeMM) und Thomas Gaßler (BOKU) mit den Life Science Research Awards Austria 2020 aus. Die mit jeweils 3.000 Euro dotierten Preise wurden mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) vergeben. Für ihre Dissertationen erhielten Aglaja Kopf (IST) und Benjamin Salzer (St. Anna Kinderkrebsforschung) den Life Science PhD Award Austria.

Die Preisverleihung fand heuer in kleinem Rahmen statt, Corona-bedingt wurden die Vorträge online übertragen. In der Kategorie Grundlagenforschung ging der Life Science Research Award Austria 2020 an Laura D. Gallego Valle von den Max Perutz Laboratories im Vienna BioCenter.

Besseres Verständnis für Störungen in Verbindung mit neurologischen Krankheiten

Gallego Valles Arbeit "Phase separation directs ubiquitination of gene-body nucleosomes" wurde im international renommierten Fachjournal Nature publiziert. "Diese Arbeit trägt erheblich zum Verständnis von wichtigen biologischen Prozessen bei. Störungen derselben können z.B. mit neurologischen Krankheiten in Verbindung gebracht werden", so die Begründung der 16-köpfigen Jury.

https://www.nature.com/articles/s41586-020-2097-z

Die drei Life Science Research Awards wurden vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort gesponsert. Bundesministerin Margarete Schramböck: "Österreich ist ein Land der Forschung - sowohl der angewandten Forschung als auch der Grundlagenforschung. Dies wollen wir unterstreichen, indem wir die Preise in allen Kategorien unterstützen. Forschung und Innovation stärken den Standort Österreich und schaffen hochqualifizierte Arbeitsplätze. Als sehr erfreulich finde ich auch, dass drei der fünf Awards heuer an Wissenschaftlerinnen gingen. Auch bei den Einreichungen stammten mehr als die Hälfte - konkret 54 Prozent - von Frauen."

Molekulare Klebstoffe gegen ungehemmte Vermehrung von Krebszellen

Cristina Mayor-Ruiz erhielt den Life Science Research Award Austria 2020 in der Kategorie Angewandte Forschung. Mithilfe von modernen Hochdurchsatzmethoden für die Aufklärung von Proteinwechselwirkungen und der als Genschere bekannten CRISPR/Cas-Technologie gelang ihr die Entwicklung einer innovativen Strategie für die systematische Suche nach "molekularen Klebstoffen". Diese lagern sich an ansonsten schwer angreifbare Bausteine von Krebszellen an und unterbinden dadurch deren ungehemmte Vermehrung. Mayor-Ruiz forscht am CeMM-Research Center for Molecular Medicine der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

https://www.nature.com/articles/s41589-020-0594-x

Kohlendioxid-fressende Hefestämme statt Sojamehl und Plastik

Der bereits zum dritten Mal vergebene Sonderpreis für wissenschaftlich herausragende Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz geht an Thomas Gaßler von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Ihm gelang die Entwicklung von Hefe-Stämmen, die atmosphärisches Kohlendioxid fixieren und als Kohlenstoffquelle verwenden können.

Mithilfe dieser "Kohlendioxid-fressenden" Hefezellen werden nun revolutionäre Verfahren für die Herstellung von hochkonzentrierten Eiweißpräparaten möglich, die als proteinreiche Futtermittelzusätze ökologischer und klimafreundlicher wären als das heute verwendete Sojamehl. Dadurch könnte ein wichtiger Beitrag zur Steigerung der Nachhaltigkeit in Tierzucht und Landwirtschaft geleistet werden. Eine weitere konkrete Einsatzmöglichkeit für die Hefestämme liegt in der umweltfreundlichen Produktion von Ausgangsstoffen für die Erzeugung von biologisch abbaubaren Polymeren, die als Ersatz für Plastik dienen können.

https://www.nature.com/articles/s41587-019-0363-0

Dissertationspreis: Wie Zellen in Bewegung ihre Form behalten
In ihrer Dissertation beschäftigte sich Aglaja Kopf (IST Austria) mit der grundlegenden Frage, wie  Zellen ihre Gestalt beibehalten, wenn sie sich in komplexen Umgebungen, wie zum Beispiel in Geweben, bewegen. Diese Frage ist von entscheidender Bedeutung, denn die Beweglichkeit von Zellen ist wesentlich für  Entwicklungs- und Differenzierungsprozesse, in der Immunabwehr, sowie bei der Regeneration. Sie erhielt dafür den Life Science PhD Award Austria 2020 in der Kategorie Grundlagenforschung. Der Preis wurde von Polymun Scientific  gesponsert.

https://research-explorer.app.ist.ac.at/record/6891

Dissertationspreis für Kinderkrebsforschung mit zwei Patenten

In der Kategorie Angewandte Forschung geht der Dissertationspreis an Benjamin Salzer von der St. Anna Kinderkrebsforschung. Chimeric antigen resceptor (CAR T)-cell basierte Therapien haben bei der Behandlung mancher Tumorformen Durchbrüche erzielt, während sie bei anderen versagten. Salzer hat nun neue Werkzeuge entwickelt, um diese Effekte effektiver kontrollieren zu können. Seine Arbeit hat schon zu zwei Patenten und der Gründung eines Labors geführt. Die Kategorie wurde von THP Medical Products gesponsert.

https://permalink.obvsg.at/AC15565400

12 Jahre ÖGMBT: Tagung als Österreichs bedeutendster Life-Science-Event

ÖGMBT-Präsident Univ.-Prof. Dr. Lukas Huber: "Als größte Vereinigung der molekularen Biowissenschaften und Biotechnologie repräsentiert die ÖGMBT 1.300 in Life Sciences tätige Personen und Studierende sowie 65 Unternehmen und Institutionen. Die Life Science Research Awards Austria zeigen eindrucksvoll das hohe internationale Niveau der Forschung auf diesem Gebiet in Österreich. Ich bedanke mich in Namen der ÖGMBT ganz besonders bei unseren langjährigen Unterstützern BMDW, THP Medical Products und Polymun Scientific, die diese Auszeichnungen ermöglichen."

Kontakt

Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie
DI (FH) Alexandra Khassidov
Geschäftsführerin
Marxbox, Vienna BioCenter
Helmut-Qualtinger-Gasse 2, Stiege 02, EG L.01
1030 Wien
E-Mail: Alexandra.khassidov@oegmbt.at
M: +43 676 3611986

floorfour LifeScience + Health PR
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