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BMDW-Pilotprojekt im USP siegt bei eGovernment-Wettbewerb in Berlin Pilotprojekt zum Auffinden passender Unternehmensförderungen - "Bestes Projekt zum Einsatz innovativer Technologien und Infrastrukturen" in der DACH-Region

"Die Förderung soll die Unternehmerinnen und Unternehmer finden und nicht umgekehrt! Durch das Pilotprojekt im Unternehmensserviceportal sollen Unternehmen genau jene Förderungen ganz konkret angeboten werden, die für sie in Frage kommen. Damit ersparen wir den Unternehmen Zeit und Geld und erhöhen die Effektivität und Treffsicherheit von staatlichen Unternehmensförderungen massiv. Das hilft speziell KMU und somit auch dem Standort", so Digitalministerin Margarete Schramböck. 

Am Mittwoch, 29. September, wurden auf dem Kongress "Aufbruch Verwaltung – Segel setzen und Zukunft gestalten" in Berlin unter 19 Finalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Gewinner des 20. eGovernment-Wettbewerbs in sechs Kategorien gekürt. Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) war mit dem Pilotprojekt "Förderungen für Unternehmen im Unternehmensserviceportal USP mit Methoden der Künstlichen Intelligenz" in der Kategorie "Bestes Projekt zum Einsatz innovativer Technologien und Infrastrukturen" vertreten. Dabei konnte sich das BMDW-Projekt gegen die Einreichungen "BayernApp" des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales (2. Platz) sowie "Chatbots für die Bundesverwaltung / Gute Kooperation führt zum Ziel" von ITZBund, Generalzolldirektion und Bundesministerium des Innern (3. Platz) durchsetzen. Die Evaluierungsergebnisse des BMDW-Pilotprojekts bilden die Grundlage für den jetzt angestrebten Einsatz der entwickelten Methoden im Produktivbetrieb des USP. Das Umsetzungsprojekt dafür ist bereits gestartet. 

In der Ausgangslage präsentiert sich die Unternehmensförderung in Österreich gleich einem Dschungel, mit einer Vielzahl an nationalen Fördergebern (Bund, Länder, Gemeinden, nichtstaatliche Institutionen) sowie der supranational agierenden EU. Zudem herrschen extrem komplexe Förderbedingungen, die für Unternehmen oft nicht durchschaubar sind. Daraus resultiert ein großer Bedarf an der Vereinfachung der Suche nach passenden Förderungen, der schließlich zu dem vorliegenden proaktiven Förderangebot im USP führte. 

Im Kern des Projektes wirkt die "Symbolische Künstliche Intelligenz": Deren Methoden haben gegenüber der subsymbolischen Künstlichen Intelligenz wie maschinelles Lernen oder Deep Learning den Vorteil der Nachvollziehbarkeit. Das BMDW hat daher in diesem Pilotprojekt den Einsatz symbolischer Programmiersprachen erprobt, um Voraussetzungen für Unternehmensförderungen in maschineninterpretierbarer Form abzubilden und automatisch zu prüfen. Die Ergebnisse dieses Projekts haben den großen potentiellen Nutzen für Unternehmen und Verwaltung optimal veranschaulicht und verständlich gemacht.

Auf Unternehmensseite beinhaltet dies insbesondere die Vereinfachung des Förderungsprozesses durch proaktive Services am USP, um Förderungen und Unternehmen einander zuzuführen. Dazu dient die mögliche Vorfilterung der für ein Unternehmen relevanten Förderungen mittels automatisierter Prüfung der Förderkriterien auf Basis der im USP verfügbaren Unternehmensdaten.

Die maschinen-interpretierbare Darstellung der Förderungen liefert gleichzeitig der Verwaltung das Potenzial, die Förderlandschaft detailliert zu analysieren und so etwa Mehrfachförderungen oder Förderlücken aufzudecken. Damit wird der Förder-Dschungel gelichtet, Förderungen werden zielgerichtet an Unternehmen herangetragen. Der regelbasierte Ansatz, der in diesem Projekt gewählt wurde, um Kriterien zu formulieren, erlaubt weiterhin die Nachvollziehbarkeit und automatische Begründung von Entscheidungen.

Prof. Dr. Maria Wimmer, Leiterin der Forschungsgruppe Verwaltungsinformatik an der Universität Koblenz-Landau, lobte die digitale Lösung im Sinn der Unternehmen: "Das Pilotprojekt des Bundesministeriums für Digitales und Wirtschaftsstandort bietet im Unternehmensserviceportal USP KI-basierte Funktionalitäten an, um Unternehmen effektiv bei der Suche nach verfügbaren und für sie zutreffende Fördermöglichkeiten zu unterstützen; dies basierend auf einem umfänglichen Regelwerk und dem automatisierten Abgleich der Förderbedingungen mit Unternehmensdaten aus dem USP. Der Nutzen und die Vorteile dieser Anwendung für die Unternehmen, die öffentliche Verwaltung und für die Fördergeber haben die Jury besonders überzeugt."

Die Garantie der Korrektheit und Zuverlässigkeit von Verwaltungsverfahren ist das wichtigste Ziel in der Entwicklung von e-Government-Verfahren. Der Einsatz von Programmiersprachen, welche symbolische Verifikation und logische Analyse aller Zwischenschritte und Resultate ermöglichen, kann diese Bestrebungen maßgeblich unterstützen. In dem Pilotprojekt wurde in enger Kooperation mit dem Bundesrechenzentrum (BRZ) die symbolische Programmiersprache Lisp verwendet, die sich besonders für die rasche Entwicklung von KI-Verfahren eignet. Die Auszeichnung, die dieses Projekt durch den Sieg bei diesem Wettbewerb erhalten hat, erhöht den Bekanntheitsgrad des BMDW in der internationalen Community von Programmiererinnen und Programmierern, die sich mit innovativen Technologien befassen.

Das Unternehmensserviceportal (USP) ist die e-Government Plattform für Unternehmen. Es wird vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) betrieben. Das USP verbindet hohe Nutzerfreundlichkeit mit großer Zuverlässigkeit und zahlreichen nützlichen Funktionen für Unternehmen. Darüber hinaus werden alle Maßnahmen getroffen, immer wieder neue Technologien zu evaluieren und zum frühestmöglichen Zeitpunkt einzusetzen.

Kontakt

Presseabteilung: presseabteilung@bmdw.gv.at