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Wissenstransferzentren und IPR-Verwertung

Mit diesem Förderprogramm will das BMBWF gemeinsam mit dem BMDW die Zusammenarbeit von Universitäten untereinander sowie mit anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmen weiter verbessern, die strategische Patentförderung stärken und durch die Prototypenförderung die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die wirtschaftliche Praxis erleichtern und somit die Verwertung von universitären Erfindungen beschleunigen.

Mit der Schaffung von drei regionalen Wissenstransferzentren (Ost, Süd und West) sowie einem thematischen Wissenstransferzentrum im Life Sciences-Bereich sollen attraktive Anreize für Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen gesetzt werden, um den Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft und Gesellschaft weiter zu intensivieren. Verstärkte Kooperation und Koordination sowie eine abgestimmte Profil- und Schwerpunktsetzung in den virtuellen Wissenstransferzentren sollen optimale Voraussetzungen für einen effizienten und erfolgreichen Transfer von Forschungsergebnissen in Wirtschaft und Gesellschaft schaffen sowie einschlägige Netzwerke weiter ausbauen, wobei v.a. mit der bewusst regionsspezifischen Ausrichtung der Zentren der regionale Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort verstärkt profitieren und die Zusammenarbeit intensiviert werden soll.

Die vier Wissenstransferzentren befinden sich im 4. Programmumsetzungsjahr und erstellen jährliche Projektumsetzungsberichte. Insgesamt wurden 16 Kooperationsprojekte von einer internationalen Bewertungskommission zur Förderung empfohlen und vom BMWFW genehmigt. Die drei regionalen Wissenstransferzentren bündeln die Forschungsaktivitäten nun im Westen (Projektkoordination durch Universität Innsbruck), im Osten (Koordination Medizinische Universität Wien) und im Süden (TU Graz). Zudem gibt es auch ein überregionales Zentrum im Bereich Life Science (Koordination Universität Wien).

Modul 1: Wissenstransferzentren

Auf Basis einer Ausschreibung wurden Technologietransferkoordinationsstellen an den Universitäten geschaffen, die als Ansprechstelle für Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen dienen. Sie geben einen Überblick über alle laufenden Forschungsvorhaben und untersuchen diese auf deren Verwertungspotenzial.

Durch einschlägige interuniversitäre Kooperationsprojekte wird darüber hinaus der Umgang mit geistigem Eigentum weiter professionalisiert und die Verwertungschancen erhöht. Wirtschaft und Industrie erhalten dadurch einen besseren und schnelleren Zugang zu Forschungsergebnissen.

Die Universitäten können im Rahmen der Wissenstransferzentren auch geförderte Kooperationsprojekte mit außeruniversitären Einrichtungen – wie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG), den Fachhochschulen, dem IST Austria, der Christian Doppler Gesellschaft (CDG), den AplusB-Zentren, den Museen sowie den speziellen Einrichtungen mit Forschungsschwerpunkt Geistes-, Sozial-, Kulturwissenschaften und Kunst – umsetzen. Die genannten Einrichtungen sind im Falle der Kooperation mit den Universitäten förderberechtigt.

Modul 1a: Regionales Wissenstransferzentrum

Den zentralen Eckpunkten des österreichischen Hochschulplans folgend, wurden drei regionale Wissenstransferzentren (Ost, Süd und West) von den Universitäten auf Basis von Konsortialverträgen eingerichtet. Der spezielle Förderschwerpunkt für Kooperationsprojekte im Bereich Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK) und Kunst soll einmal mehr die große Bedeutung der GSK für den Wissenstransfer in die und für die Gesellschaft unterstreichen.

Modul 1b: Thematisches Wissenstransferzentrum

Das thematische Wissenstransferzentrum für Life Sciences soll ein österreichweit vollständiges Infrastruktur- und Kompetenznetzwerk für die Medikamentenentwicklung aufbauen, um die Wertschöpfungskette im Bereich der frühen präklinischen Wirkstoff- und Diagnostikaentwicklung umfassend abzudecken und gemäß internationalen Qualitätsstandards durchzuführen. Es dient für alle Fragen rund um klinische Tests als zentrale Anlaufstelle für Forschungseinrichtungen und junge Unternehmen, um gute Rahmenbedingungen für den Übergang von der akademischen Forschung in die Wirkstoff- und Diagnostikaentwicklung zu schaffen. Es stellt zum Beispiel koordinierte Informationen über freie Kapazitäten von verfügbaren Labors zur Verfügung. Gerade in diesem Bereich verbessert jede Zeitersparnis die Chance auf die Verwertung. Außerdem war es Aufgabe einen Businessplan für ein Translational Research Center bis Ende 2017 zu erstellen.

Modul 2: Patentförderung

Eine zusätzliche Patentförderung bietet den Universitäten weitere Anreize, speziell jene Patente strategisch weiterzuentwickeln, welche ein hohes Verwertungspotenzial aufweisen bzw. eine erfolgreiche wirtschaftliche Nutzung erwarten lassen. Gefördert werden Maßnahmen zur Erlangung von gewerblichen Schutzrechten im Zusammenhang mit Prioritäts- und Patentfolgeanmeldungen (Kosten zur Erlangung des Schutzrechts, nationale und internationale Anmeldegebühren etc.).

Förderwerber sind öffentliche österreichische Universitäten gem. Universitätsgesetz 2002 und gem. Bundesgesetz über die Universität für Weiterbildung Krems (DUK-Gesetz 2004).

Modul 3: Neue Prototypenförderung

Damit werden im Rahmen eines Wettbewerbs neue patentierte bzw. patentfähige Einreichungen aus der Grundlagenforschung an den Universitäten bzw. in Kooperation mit definierten Forschungseinrichtungen von einer Fachjury ausgewählt. Die Projekte mit den besten Verwertungschancen werden mit einer Förderung unterstützt, um aus der Erfindung einen Prototyp zu erstellen. Voraussetzung ist ein Bedarf bei Klein- und Mittelbetrieben.

Förderwerber sind öffentliche österreichische Universitäten gem. Universitätsgesetz 2002 und gem. Bundesgesetz über die Universität für Weiterbildung Krems (DUK-Gesetz 2004).

Mit der Abwicklung dieses Programms ist die Austria Wirtschaftsservice GesmbH beauftragt.

Weiterführende Informationen

Zwischenbericht (PDF, 1MB)

Sonderrichtlinie "Wissenstransferzentren und IPR-Verwertung" (PDF, 562kB)

Präsentation Wissenstransferzentren (PDF, 870kB)

Prototypenförderung PRIZE (PDF, 4MB)

Kontakt

Abteilung Innovationsstrategien und -kooperationen: Innovation-Foerderungen@bmdw.gv.at