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Barrierefreies Web – Internet-Zugang für alle

Allen Bürgerinnen und Bürgern soll der Zugang zum Internet gewährleistet sein. Informations- und Kommunikationstechnologien bieten für Menschen mit Beeinträchtigungen gute Chancen zur umfassenden Partizipation, aber nur unter der Voraussetzung, dass sie in barrierefrei zugänglicher Form zur Verfügung stehen. Dies erfordert in erster Linie technische Lösungen, um die gleichberechtigte Teilhabe an der Informationsgesellschaft zu gewährleisten.

Das Konzept des "barrierefreien Zugangs" umfasst dabei Grundsätze und Techniken, die bei der Gestaltung, Erstellung, Pflege und Aktualisierung von Websites und mobilen Anwendungen zu beachten sind, um sie für die Nutzerinnen und Nutzer, insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigungen, besser zugänglich zu machen. Ein barrierefreier Zugang bringt aber auch der Gesellschaft allgemein Erleichterung im alltäglichen Leben.

Eine Website oder mobile Anwendung ist dann barrierefrei, wenn sie so aufgebaut ist, dass Menschen mit Beeinträchtigung sie benutzen können.

Folgende Grundsätze müssen erfüllt sein:
 

  • Wahrnehmbarkeit - die Informationen und Komponenten der Nutzerschnittstelle müssen den Nutzern in einer Weise dargestellt werden, dass sie sie wahrnehmen können;
  • Bedienbarkeit - die Nutzer müssen die Komponenten der Nutzerschnittstelle und die Navigation handhaben können;
  • Verständlichkeit - die Informationen und die Handhabung der Nutzerschnittstelle müssen verständlich sein;
  • Robustheit - die Inhalte müssen robust genug sein, damit sie zuverlässig von einer Vielfalt von Benutzeragenten, einschließlich assistiven Technologien, interpretiert werden können.

Barrierefreiheit auf EU-Ebene

EU-Richtlinie über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen

Am 3. Dezember 2012 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine "Richtlinie über den barrierefreien Zugang zu den Websites öffentlicher Stellen" vor ("Web Accessibility-RL"). Diese soll die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, die nationalen Verpflichtungen hinsichtlich eines barrierefreien Webzugangs zu erfüllen und das Bekenntnis der Mitgliedstaaten zum Übereinkommen der UNO über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Bezug auf die Websites öffentlicher Stellen umsetzen.

Der ursprüngliche RL-Vorschlag bezog sich auf zwölf Arten von Web-Services wie z.B. die Anmeldung eines Kraftfahrzeugs, die Abgabe einer Steuererklärung, die Beantragung eines Reisepasses oder Führerscheins etc. Im Zuge der Verhandlungen auf EU-Ebene wurde der Anwendungsbereich schließlich deutlich erweitert. Im Ergebnis sind nun alle Webseiten und mobile Anwendungen von Bund, Ländern und Gemeinden sowie öffentlich-rechtlichen Einrichtungen iSv Art Zif. 1 Abs. 4 Vergabe-RL (2014/24/EU) vom Anwendungsbereich erfasst, sofern dies keinen unverhältnismäßigen Aufwand erzeugt und keine der Ausnahmebestimmungen greift (bestimmte Webinhalte wie Online-Kartenmaterial oder Extranet sind ausgenommen, teilweise mit zeitlicher Beschränkung).

In technischer Hinsicht gilt als Richtschnur die Erfüllung der Stufe AA der "Richtlinien für barrierefreie Webinhalte Web - WCAG 2.1". Dazu wurde ein Europäischer Standard 301 549 angenommen.

Hinweis

Die Richtlinie ist am 22. Dezember 2016 in Kraft getreten und war bis 23. September 2018 legistisch umzusetzen.
Auf Webinhalte, die vor dem 23. September 2018 veröffentlicht worden sind ("alte" Inhalte), sind die nationalen Bestimmungen ab 23. September 2020 anzuwenden; auf jene Webinhalte, die nach dem 23. September 2018 veröffentlicht werden ("neue" Inhalte), sind die nationalen Vorschriften bereits ab dem 23. September 2019 anzuwenden.
Auf mobile Anwendung sind die nationalen Vorschriften ab dem 23. Juni 2021 anzuwenden.

Barrierefreiheit in Österreich

Die Umsetzung der EU-Richtlinie erfolgte in Österreich durch Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene. In Österreich sind durch § 1 Abs. 3 E-Government-Gesetz ( E-GovG), BGBl. I Nr. 10/2004, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2018, bereits seit 1. März 2004 Internetauftritte von Behörden barrierefrei (im Sinne der internationalen Standards) zu gestalten.
Mit dem vom BMDW vorgelegten Web-Zugänglichkeits-Gesetz (WZG), das am 23. Juli 2019 in Kraft getreten ist (BGBl. I Nr. 59/2019), wurde die Richtlinie für den Bereich des Bundes vollinhaltlich umgesetzt. Das WZG regelt neben den Anforderungen an die Barrierefreiheit für die Websites und mobilen Anwendungen des Bundes auch Maßnahmen wie das Berichts- und Dokumentationswesen und die Überprüfung der Einhaltung der Standards.

Die zuständige Stelle für die Durchführung der Aufgaben nach dem WZG ist die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft GmbH (FFG). Die FFG hat zum Thema digitale Barrierefreiheit einen Webauftritt mit einer Beschwerdestelle eingerichtet.

Weiterführende Informationen

Kontakt

Digitalisierung und E-Government: digitalisierung@bmdw.gv.at