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Digitale Kompetenz und Arbeitsmarkt

Digitale Kompetenz

Digitale Bildung bedeutet neben technischen Fertigkeiten auch digitale Medien kompetent und reflektiert nutzen zu können und ist eine Schlüsselqualifikation für die Teilhabe an der modernen Gesellschaft. Mit Daten bewusst und verantwortungsvoll umgehen und Informationsquellen kritisch bewerten zählt heute zu den Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

Digitale Kompetenz ist also ein Muss auf dem Weg in die Zukunft. Österreich lag bei der Erhebung des Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) 2019 zwar mit einem Anteil von 67 Prozent, die zumindest über digitale Grundkompetenzen verfügen, deutlich über dem EU-Schnitt von nur 57 Prozent. EU-weit besitzen durchschnittlich ca. 40 Prozent der Menschen keine oder geringe digitale Bildung – die Folge: Jeder Zweite davon findet nur schwer eine Beschäftigung. Die digitale Kompetenz sowohl im EU-Schnitt als auch in Österreich ist noch ausbaufähig.

Zu diesem Zweck wurde im Auftrag des BMDW auf Basis des europäischen DigComp 2.1-Referenzrahmens ein digitales Kompetenzmodell "DigComp 2.2 AT" für Österreich erstellt. Es soll dabei helfen, digitale Kompetenzen anhand von Entwicklungsstufen einzuordnen - ähnlich wie im Bereich der Sprachkompetenzen bereits etabliert. Im Vergleich zum europäischen Referenzmodell wurde das für Österreich adaptierte Modell geringfügig, allerdings an relevanten Stellen, erweitert. Das Österreichische Modell setzt früher an und hat als erstes Land in der EU einen Kompetenzlevel 0 für jene eingeführt, für die Digitalisierung noch ein absolutes Fremdwort ist.

Das Digitale Kompetenzmodell für Österreich liegt nun zur schrittweisen Umsetzung vor und bietet die Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, digitale Kompetenzen einordnen zu können. Darauf aufbauend können Stärken und förderbare Bereiche identifiziert werden. Für digitale Alltagskompetenz ist von Bedeutung, sich in allen sechs Kompetenzbereichen und hinsichtlich aller fünfundzwanzig Kompetenzen durchgehend in einem "Kompetenzband" auf den Kompetenzstufen 3 bzw. 4 zu bewegen. Damit ist auch die Grundlage für die Entwicklung von Kompetenzchecks gegeben, um sich zielgerichtet höher qualifizieren zu können, Angebote besser zu strukturieren und diese auch besser zugänglich zu machen. Ein Check zur Evaluierung digitaler Basiskompetenzen wurde im Mai 2019 veröffentlicht.

Eine zielgruppengerechte Unterstützung beim Einstieg in das digitale Zeitalter soll mithelfen, Hemmschwellen zu überwinden.

  • fit4internet – geplante Angebote zur digitalen "Allgemeinbildung"
  • fit4internet für Kinder/Jugendliche: Medienkompetenz und kritische Nutzung
  • fit4internet Berufstätige: Digitale Basiskompetenz erwerben - mit Schwerpunkt auf berufliche Anwendung
  • fit4internet für ältere Bürgerinnen und Bürger, (Berufs-) Wiedereinsteiger: Digitalisierungseinsteiger-Basistrainings

Arbeitsmarkt

Die Bedenken gegenüber der Digitalisierung beziehungsweise die Sorge um Arbeitsplätze muss ernst genommen werden. Doch die Digitalisierung schafft vor allem auch Arbeitsplätze: Eines der größten E-Commerce-Unternehmen in der Reisebranche bietet heute weltweit mehr als 15.000 Menschen Arbeit.

Neben dem Aufbau der digitalen Kompetenz in der Gesellschaft müssen daher auch die Berufsbilder teilweise besser an die Anforderungen der heutigen Zeit angepasst werden. Erster Schritt dazu sind 13 neue bzw. modernisierte, mit digitalen Inhalten angereicherte Berufsbilder. So gibt es etwa die E-Commerce-Kauffrau und den E-Commerce-Kaufmann oder die Glasverfahrenstechnikerin und den Glasverfahrenstechniker.

Fachkräfte im Bereich IT, Telekommunikation und Digitalisierung stehen in besonderem Fokus: Jeder Arbeitsplatz im IT-Bereich schafft weitere drei Arbeitsplätze.

Weiterführende Informationen

Kontakt

Digitalisierung und E-Government: digitalisierung@bmdw.gv.at