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Wirtschaft

Die Digitalisierung ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die gesamte Volkswirtschaft. Wirtschaft ohne Digitalisierung funktioniert nicht mehr, und ein Standort ohne leistungsstarke digitale Infrastruktur kann sich nicht erfolgreich entwickeln. Vorrangige Ziele sind die Verbesserung bestehender Rahmenbedingungen, um digitale Innovation und Technologietransfer in der Wirtschaft zu ermöglichen.

Neue Möglichkeiten durch Pilotprojekt "Förderungen für Unternehmen im USP mit Methoden der Künstlichen Intelligenz" (1. Platz beim 20. eGovernment-Wettbewerb in Berlin 2021)

Die Unternehmensförderung in Österreich ist komplex und oft nicht durchschaubar. Es gibt eine Vielzahl an nationalen Fördergebern (Bund, Länder, Gemeinden, nichtstaatliche Institutionen) sowie der supranational agierenden EU. Dadurch besteht großer Bedarf an der Vereinfachung der Suche nach passenden Förderungen. Das BMDW hat in diesem Pilotprojekt den Einsatz symbolischer Programmiersprachen erprobt, um Voraussetzungen für Unternehmensförderungen in maschineninterpretierbarer Form abzubilden und automatisch zu prüfen. Die Ergebnisse dieses Projekts haben den großen potenziellen Nutzen für Unternehmen und Verwaltung optimal veranschaulicht und verständlich gemacht.

Auf Unternehmensseite beinhaltet dies insbesondere die Vereinfachung des Förderungsprozesses durch proaktive Services am USP, um Förderungen und Unternehmen einander zuzuführen. Dazu dient die mögliche Vorfilterung der für ein Unternehmen relevanten Förderungen mittels automatisierter Prüfung der Förderkriterien auf Basis der im USP verfügbaren Unternehmensdaten. Die maschinen-interpretierbare Darstellung der Förderungen liefert gleichzeitig der Verwaltung das Potenzial, die Förderlandschaft detailliert zu analysieren und so etwa Mehrfachförderungen oder Förderlücken aufzudecken. Damit wird der Förder-Dschungel gelichtet, Förderungen werden zielgerichtet an Unternehmen herangetragen. Der regelbasierte Ansatz, der in diesem Projekt gewählt wurde, um Kriterien zu formulieren, erlaubt weiterhin die Nachvollziehbarkeit und automatische Begründung von Entscheidungen.

Die Evaluierungsergebnisse des Pilotprojekts bilden die Grundlage für den Einsatz der entwickelten Methoden im Produktivbetrieb des USP. Das Umsetzungsprojekt dafür ist bereits gestartet.

Gerade für Unternehmen bietet die Digitalisierung große Chancen. Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort setzt sich dafür ein, unnötige bürokratische Hürden abzubauen. Ein zentrales Anliegen ist es auch, KMU im Rahmen der Digitalisierungsoffensive ans Netz zu bringen. Dabei sollen Mittelständler nicht nur unterstützt werden, ihre Produktionsprozesse elektronisch zu begleiten, sondern auch, das Internet für den E-Commerce einzusetzen.

Der digitale Zugangspunkt für Unternehmen

Logo vom Unternehmensserviceportal mit dem österreichischen rot-weiß-rot Icon

ist unter usp.gv.at ein zentrales Internetportal der Republik Österreich für Unternehmen und bietet direkten Zugang zu zahlreichen E-Government-Anwendungen sowie unternehmensrelevante Informationen.

Mit dem Chatbot "Mona" – im rechten unteren Eck im USP zu finden – sollen relevante Fragen für Unternehmen zum Thema Coronavirus abgedeckt werden. Verwendbar im öffentlichen wie im angemeldeten Bereich sowie auf mobilen Geräten.

KMU & Start-ups unterstützen

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaft sieht sich als Innovationstreiber in Österreich für Österreich. Neben den eigenen Angeboten und Lösungen müssen dazu optimale Rahmenbedingungen für Innovationen im Sinne eines digitalen Ökosystems geschaffen werden. Die Wirtschaftstreibenden und hier vor allem KMU wünschen sich gezielte Beratung zur Umsetzung der Digitalen Transformation.

Das Erfolgsprojekt "KMU.DIGITAL" wird fortgesetzt. Durch gemeinsame Maßnahmen mit der Wirtschaftskammer wie das KMU-Digital-3.0-Paket wird es möglich, den Digitalisierungsgrad der kleinen Unternehmen zu erhöhen und die Chancen der Digitalisierung besser zu nutzen. Es soll ein Anreiz für möglichst viele KMU geschaffen werden, sich über den Stand und die Möglichkeiten der Digitalisierung in ihrem Unternehmen beraten zu lassen und rasch eigene Digitalisierungsprojekte zu konzipieren, umzusetzen und in der Breite auszurollen. In Österreich gibt es 340.000 Klein- und Mittelbetriebe. Insbesondere im Bereich E-Commerce, Social Media Marketing und die Nutzung von Cloud-Diensten gibt es einen Aufholbedarf. Aktuell sind erst 20 Prozent der Händler im E-Commerce tätig. Dieser Trend wird durch die Corona-Krise zusätzlich verstärkt.

Hier knüpft das Förderungsprogramm KMU DIGITAL an: KMU werden im Zuge einer Beratungsförderung bei der Analyse digitaler Trends und der Entwicklung passender Digitalisierungsprojekte unterstützt. Dabei werden KMU praxisnah zu technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich E-Commerce, bei der Digitalisierung des Geschäftsalltags und dem steigenden Sicherheitsbedarf bei der digitalen Vernetzung beraten. Die neun Landeskammern der Wirtschaftskammer-Organisation inklusive der Bezirksstellen fungieren als Vertriebsnetzwerk für KMU DIGITAL.

Die Initiative des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) wird sehr gut von den heimischen kleinen und mittleren Unternehmen angenommen worden. Mehr als 15.000 Beratungs- und Umsetzungsinitiativen konnten dank dem Programm bereits unterstützt werden. Das Wirtschaftsministerium stellt daher für dieses Jahr wieder fünf Millionen Euro zur Verfügung, um den Bedarf an Digitalberatung heimischer Klein- und Mittelbetriebe zu decken.

Mehr als 10.000 Beratungs- und Umsetzungsinitiativen konnten dank dem Programm bereits unterstützt werden. Insgesamt wurden seit Oktober 2019 mehr als 3.000 Unternehmerinnen und Unternehmer bei ihrem Schritt in die Digitalisierung unterstützt. Das Wirtschaftsministerium stellte für das zweite Halbjahr 2020 drei Millionen Euro zur Verfügung, um den Bedarf an Digitalberatung heimischer Klein- und Mittelbetriebe zu decken.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) bot 2019 die "digital.now E-Business Roadshow" zur Information für die Unternehmerinnen und Unternehmer, die mehr über die Chancen der Digitalisierung wissen wollten. Dabei war ein wichtiges Thema die elektronische Zustellung. Das E-Government-Gesetz sieht vor, dass spätestens ab 1. Jänner 2020 alle Unternehmen zur Teilnahme an der elektronischen Zustellung verpflichtet sind. Ausgenommen davon sind nur Unternehmen, die wegen Unterschreiten der Umsatzgrenze nicht zur Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen verpflichtet sind. Diese können an der elektronischen Zustellung teilnehmen.

Ende 2018 war es das Ziel der "digital.now E-Business Roadshow", die KMU fit für den Kunden von morgen zu machen. Basisbegriffe der Digitalisierung wurden verständlich erklärt und es wurde gezeigt, wie auch kleine Unternehmen die aktuellen Trends und Innovationen für ihr Geschäft nutzen können. Auch dem Thema Internetsicherheit und Tipps zum Schutz vor Identitätsdiebstahl und Datenkraken wurde Raum geboten. Praxisbeispiele aus den Bereichen Blockchain, Industrie 4.0 sowie Augmented & Virtual Reality und Künstliche Intelligenz rundeten das Angebot ab. Informationsmaterial zur E-Business-Roadshow stehen unter digital.now2019 und digital.now2018 bereit.

Durch die Corona-Krise sehen sich viele Unternehmen plötzlich mit der Umstellung auf das Home-Office konfrontiert. Um erfolgreich von zu Hause aus zusammenarbeiten zu können, benötigt es entsprechende Rahmenbedingungen – Tipps und Tricks dafür bietet der vom BMDW initiierte Leitfaden "Gemeinsam online Arbeiten" (PDF, 4 MB) für KMU und EPU.

Durch den plötzlichen Stillstand der Wirtschaft wurden die Unternehmen vor neue Herausforderungen gestellt. Das aus der Krise Gelernte dient nunmehr als Booster, um in der Zukunft widerstandsfähiger und flexibler auf Ausnahmesituationen reagieren zu können. Ein vom BMDW initiierter Praxisleitfaden gibt den KMU einen Überblick und Handlungsstrategien zu den Themen Digitalisierung, digitale Geschäftsmodelle, Cybersecurity, New Work, neue Führungskonzepte und Generationenmanagement. Mehr zu lesen unter  "Krise als Booster für neue Arbeits- und Organisationskonzepte"

Wesentlichen Anteil an der digitalen Transformation haben auch Start-ups. Sie bilden mit ihren innovativen Lösungen das Eco-System, um kreativen Köpfen den Raum für Wachstum zu geben. Wichtig ist, sie in der frühen Phase mit geeigneten Mitteln zu unterstützen. Das muss nicht zwingend durch Förderungen passieren, vielmehr bedarf es eines Netzwerkes, damit Gründerinnen und Gründer Partnerschaften aufbauen können. Speziell in dieser Phase ist geplant, die Hürden für Start-ups möglichst niedrig halten.

Dazu wurde von der Bundesregierung eine Entbürokratisierungsoffensive gestartet. Ein wesentliches Prinzip dabei ist das "Once-Only Prinzip": Die Unternehmen in Österreich müssen jährlich 230 Millionen Informationsverpflichtungen erfüllen, also in unterschiedlichster Form Meldungen machen, durchschnittlich 55 Felder ausfüllen, das kostet die Wirtschaft in Summe 4,3 Milliarden Euro. Das soll mit dem "Once-Only Prinzip" geändert werden. Informationen, die bereits im System vorhanden sind, sind von den Behörden heranzuziehen und müssen von den Unternehmerinnen und Unternehmern nicht bei jedem Behördenkontakt neu vorgelegt werden. Ziel ist sowohl Start-ups als auch KMU dabei zu unterstützen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Im Zuge der elektronischen Gründung von Einzelunternehmen und Ein-Personen-GmbH kommt die digitalen Infrastruktur zur Umsetzung des Once-Only-Prinzips erstmalig zum Einsatz. Das bedeutet eine Entlastung und optimierte Prozesse für österreichische Unternehmen.

Moderner digitaler End-to-End Prozess

Angehende Gründerinnen und Gründer registrieren sich im ersten Schritt mittels Handy-Signatur am USP und legen ein Gründungskonto an. Im nächsten Schritt wählen sie die Rechtsform ihres neuen Unternehmens aus. Zur Durchführung wird ein eigener Gründungskontobereich zur Verfügung gestellt, in dem alle für die Gründung des Unternehmens notwendigen Formulare sowie ausführliche Informationen zum Vorgang angezeigt werden.
Die Formulare können direkt im Gründungskonto online bearbeitet und an die zuständigen Behörden abgeschickt werden. Im Fall der Ein-Personen-GmbH muss beim Befüllen der Finanzamtsmeldung der Firmenbuchauszug nicht mehr zusätzlich übermittelt werden, da die Daten im Hintergrund, also behördenintern, zur Verfügung gestellt werden. Dadurch sparen sich Gründerinnen und Gründer Zeit und Kosten.
Nach dem Absenden aller Formulare bearbeiten die zuständigen Behörden die übermittelten Anträge. Nach Abschluss der erfolgreichen Gründung des Unternehmens erfolgt im Gründungskonto eine automatische Benachrichtigung.

Das BMDW verstärkt gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) das Förderangebot für junge innovative Unternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung und Weiterentwicklung des Dienstleistungs- und Kompetenzportfolios selektiv ausgewählter Inkubatoren und Akzeleratoren, um ideale Rahmenbedingungen für Start-ups mit hohem Wachstumspotential zu schaffen. Mehr Informationen finden Sie unter Innovation & Wachstum konsequent fördern.

Weiterführende Informationen

Kontakt

Digitalisierung und E-Government: digitalisierung@bmdw.gv.at