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Development of SME Policy in EE and VET

Das Umfeld für die Entwicklung von beruflicher Kompetenz ist derzeit sehr spannend. Die zentralen Herausforderungen sind steigende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften einerseits und die sich rasch entwickelnden und sich ändernden wirtschaftlichen und technischen Anforderungen an Qualifikationen aufgrund von Digitalisierung, Industrie 4.0, aber auch der Globalisierung andererseits. Angesichts der teilweise in Europa noch immer vorherrschenden hohen Jugendarbeitslosigkeit, der Nachwirkungen der Wirtschaftskrise und der raschen Veränderungen in der Berufslandschaft sind nicht nur fachspezifische, sondern vor allem transversale Kompetenzen, insbesondere Unternehmergeist, unerlässlich, damit sich junge Menschen zu aktiven, kreativen und unternehmerischen Bürgerinnen und Bürgern entwickeln können. Entrepreneurship Education ist sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft und das Arbeitsumfeld von Nutzen.

Aus diesem Grund initiierte Frau Bundesministerin Dr. Margarete Schramböck unter dem Titel "Reality Check" einen Innovationsprozess, der sowohl neue Impulse für den europäischen Diskussionsprozess als auch für die Weiterentwicklung der nationalen Politik geben sollte. Ausgangspunkt und Hintergrund war dabei das "Europäische KMU-Aktionsprogramm" (Handlungsfelder "Entrepreneurship Education" und "Skills und Training") des KMU-Botschafter-Netzwerks. Ausgehend vom "Europäischen KMU-Aktionsprogramm" fanden dabei Open-Innovation-Methoden Verwendung. Um einen tieferen Einblick zu erhalten, wurden verschiedene Stakeholder eingeladen, die normalerweise nicht an der Politikentwicklung beteiligt sind, um deren individuelle Ideen und Ansichten einzubringen.

Die Ergebnisse und vorgeschlagenen Maßnahmen, die in diesem Innovationsprozess unter dem Titel "Reality Check" gesammelt wurden, sind im Strategiepapier, das im Rahmen des Treffens der Generaldirektoren für Berufsausbildung am 7. November 2018 präsentiert wurde, zusammengefasst. Sie sollen dem europäischen Diskussionsprozess und der Weiterentwicklung nationaler Politiken neue Impulse verleihen, insbesondere im Hinblick auf die "Berufsbildung nach 2020".

Im Bereich von "Entrepreneurship Education" wird der systematische Austausch der relevanten Akteurinnen und Akteure und ihre Vernetzung untereinander als förderungswürdig gesehen. Um ein höheres Bewusstsein für die Bedeutung von Entrepreneurship Education zu schaffen, wäre zudem eine umfassende Kommunikationsoffensive erforderlich. Überdies sollten Maßnahmen gesetzt werden, um Entrepreneurship Education gezielt und systematisch im gesamten Bildungssystem (dh auch und insb. in allen Schultypen) zu verankern. Parallel dazu sollte Entrepreneurship Education auch zu einem fixen Bestandteil in der Aus- und Weiterbildung der Pädagoginnen und Pädagogen werden.

Um für den Bedarf sowohl nach einer Höherqualifizierung als auch neuen Qualifizierungserfordernissen gerüstet zu sein, sind (künftige) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gefordert, theoretische Ausbildungen mit dem Erwerb praxisnaher Kompetenzen zu kombinieren, etwa eine duale Ausbildung mit einem berufsbezogenen Hochschulstudium. Auch die Entwicklung bzw. der Ausbau eines EU-weiten Systems zur Vergleichbarkeit unterschiedlicher Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in den einzelnen Berufen wird empfohlen. Zudem soll verbesserte Kommunikation über die Möglichkeiten und Angebote im Bildungssystem sowie dessen Kombinationsmöglichkeiten helfen, ausreichend Bewusstsein zu diesem zukunftsrelevanten Thema zu schaffen.

Obwohl die berufliche Mobilität in Europa zunimmt, erschwert die Vielfalt an Berufsbildungssystemen innerhalb Europas die Vergleichbarkeit von Qualifikationen. Bestehende Transparenzinstrumente sind zum Teil wenig in der beruflichen Praxis implementiert und daher oftmals kaum bekannt. Es sollen daher bestehende Transparenzinstrumente unter Einbeziehung von Anwenderinnen und Anwender evaluiert und zielführend weiterentwickelt werden. Durch den Aufbau einer Online-Plattform bzw. der entsprechenden Weiterentwicklung der EURES-Plattform sollen sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu beruflicher Mobilität innerhalb Europas sowie zu offenen Stellen in ausreichendem Maße informieren können. Zudem kann ein leicht zugängliches EU-Praktikum den Bewerbungsprozess und die Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten länderübergreifend erleichtern.

Link zum Strategiepapier (englische Fassung)