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OECD-Koordination

Hinweis

Die OECD sieht in der Corona-Pandemie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und der weltweiten Finanzkrise von 2008 den dritten - und bislang größten - wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Schock des 21. Jahrhunderts. Die OECD tritt daher - neben der unmittelbaren gesundheitspolitischen Reaktion - für entschlossene, umfassende und ambitionierte Maßnahmen auf subnationaler, nationaler und internationaler Ebene ein, um den unausweichlichen Konjunktureinbruch abzufedern und besonders gefährdete gesellschaftliche Gruppen zu schützen. Maßnahmen der OECD 

OECD-Ministertreffen 2021 - Gemeinsame Werte: Aufbau einer grünen und inklusiven Zukunft

Den Übergang meistern - Die OECD-Wirtschaftsprognose, präsentiert vor dem MCM, zeigte, dass sich die Aussichten für die Weltwirtschaft aufgehellt haben. Jedoch bleibt die konjunkturelle Erholung voraussichtlich weiterhin ungleichmäßig. Die Unterschiede zwischen den Ländern beruhen insbesondere auf den jeweiligen gesundheitspolitischen Strategien, dem Impftempo, den fiskal- und geldpolitischen Impulsen und der Bedeutung, die stark betroffene Branchen, wie der Tourismus, für die Wirtschaftsleistung des Landes haben.

Während viele fortgeschrittene Volkswirtschaften von einem schnelleren Zugang zu Impfstoffen und stärkeren fiskalpolitischen Unterstützungsmaßnahmen profitieren können, wird die Erholung in Ländern, in denen der Tourismus eine wichtige Rolle spielt - wie Island und Spanien - voraussichtlich länger dauern.

Länder im asiatisch-pazifischen Raum, wie China und Australien, haben wirksame Eindämmungsmaßnahmen ergriffen und werden sich im Zuge der laufenden Impfprogramme weiter erholen.

Die Schwellenländer stehen vor den größten Herausforderungen bei der Bewältigung von COVID-19-Ausbrüchen, da sie über weniger Ressourcen verfügen und die Umsetzung der Impfprogramme länger dauert.

Solange weite Teile der Weltbevölkerung nicht geimpft sind und neue Infektionsausbrüche drohen, wird die Konjunkturerholung uneinheitlich verlaufen und anfällig für Rückschläge bleiben.

Die Prognose zeigt eine Erholung um 5,8 Prozent für 2021 und 4,4, Prozent für 2022 des globalen BIP.

MCM 2021 Teil 1 am 31.5./1.6.2021

Unter Vorsitz der USA und Ko-Vorsitzenden Luxemburg und Südkorea dankten die Minister sowie die Vertreter der EU, von BIAC und TUAC GS Gurria für die, Dank seines Einsatzes, gesteigerte Relevanz der OECD als Think und Do Tank, für wichtige Politikempfehlungen, gerade auch zuletzt, während der Pandemie, für die erfolgte Erweiterung der OECD mit mehr Mitgliedern und gesteigerten globalen Einfluss, auch über die intensivierte Zusammenarbeit mit der G20. Costa Rica wurde als neues 38. Mitglied begrüßt.

Die Inputs der Mitgliedstaaten zu den Erfahrungen aus der Krise und Prioritäten für die Zukunft waren sehr einheitlich: Rasche politische Aktion und nun Beginn erfolgreicher Impfbemühungen führen zu optimistischem wirtschaftlichen Ausblick, allerdings ungleich je nach Ländern und von Unsicherheiten geprägt, abhängig von weiteren Impferfolgen auch global - mit vielfachen Aufrufen nach internationaler Solidarität, den Entwicklungsländern bei Impfungen zu helfen.

Die wirtschaftliche Unterstützung müsse weitergeführt werden, allerdings wohl langsam zurückgefahren und fokussierter. Hervorgestrichen wurde erneut die Bedeutung der multilateralen Zusammenarbeit und offener Märkte.

Herausforderungen wurden von allen MS angesprochen, die gleichzeitig fokussiert anzugehen wären: Klimawandel, Biodiversitätsrückgang, Ungleichheiten, Strukturreformen und die Digitale Transformation.

Wichtig sei, die Möglichkeiten des Privatsektors und des Finanzsektors zu nutzen, denn nur so könnten die Herausforderungen gemeistert werden.

Gemeinsame Werte, wie insbesondere Marktwirtschaft, offener Handel, Menschenrechte und mehr internationale Kooperation, Regelbasiertheit und faktenbasierte Politikentscheidung sollen auch in Zukunft die Basis für Politik und Maßnahmen bilden.

Abschließend wurden eine Reihe von Dokumenten und Empfehlungen u.a. betreffend einen Aktionsplan für die Jugend, Umwelt, internationale Mobilität und Reisen, oder den Schutz von Kindern im digitalen Umfeld angenommen.

Nach Videobotschaften von Staatschefs und Chefs internationaler Organisationen in Ehrung für GS Gurria, dankte er seinerseits den MS für ihren Leadership, für ihre Stärke und Solidarität.

Es folgte am zweiten Tag die Übergabe-Zeremonie an den neuen GS Mathias Cormann und sein Eingangsstatement, in dem er seine Prioritäten für einen inklusiven und grünen Wiederaufbau basierend auf den gemeinsamen Werten der OECD-Mitglieder darlegte. In der Diskussion unterstützten die Mitglieder und der Vertreter der EU diese Prioritäten.

Der 2. Teil des MCM soll am 7./8. Oktober 2021 stattfinden. Themen sollen die mittel- und langfristigen Herausforderungen und die Zukunft der OECD sein. Ein erneuertes Vision Statement der OECD soll diskutiert und angenommen werden. Die gemeinsamen Werte und Prioritäten sollen in konkrete Aktionen umgesetzt werden für eine inklusivere und gründere Zukunft.

MCM 2021 Dokumente und angenommene Ergebnisse

MCM 2021 Hintergrund Dokumente

MCM 201 Publikationen

Mathias Cormann neuer OECD-Generalsekretär ab 1. Juni 2021

Der Rat der OECD, bestehend aus den Botschafter/innen der 37 Mitgliedsländer, hat am 15. März 2021 den Australier Mathias Cormann zum sechsten Generalsekretär der Organisation ernannt. Seine fünfjährige Amtszeit begann am 1. Juni 2021.

Die Mitgliedsländer trafen diese Entscheidung nach einem im August 2020 eingeleiteten siebenmonatigen Auswahlprozess unter der Leitung des Doyen des Rates und Vorsitzenden des Auswahlausschusses, dem britischen Botschafter Christopher Sharrock.

Mathias Cormann trat sein Amt am 1. Juni 2021 an, einen Tag nach Ablauf der dritten Amtszeit von Angel Gurria, der die Organisation 15 Jahre lang als Generalsekretär führte.

Mathias Cormann ist der erste OECD-Generalsekretär aus dem asiatisch-pazifischen Raum.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links:

OECD Ministertreffen 2020 (MCM - Meeting of the OECD Council at Ministerial Level)

Am 28/29. Oktober 2020 fand unter spanischem Vorsitz und Ko-Vorsitz von Chile, Japan und Neuseeland der diesjährige (virtuelle) OECD-Ministerrat zum Thema "The Path to Recovery: Strong, Resilient, Green and Incluxive" statt.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez stelle den Wiederaufbau, der zugleich ein Wandel sein müsse, ins Zentrum der Beratungen. Die COVID-19-Pandemie habe die größte globale Krise ausgelöst, die wir je erlebt haben. Mehr als 1,1 Millionen Menschen verloren ihr Leben. 42 Millionen haben sich infiziert. 2020 wird die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnen, das weltweite BIP dürfte um 4,5 Prozent sinken. Auch wenn die Länder weltweit mit beispiellosen Maßnahmen reagierten, liege die Krise noch lange nicht hinter uns. Es gelte, gemeinsam zu handeln, um die Pandemie einzudämmen und eine starke, robuste, grüne und inklusive Erholung zu gewährleisten.

Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass die Corona-Krise bereits existierende globale Probleme wie Ungleichheiten oder die digitale Kluft noch verstärkt habe und die Beseitigung dieser und Herausforderungen wie Klimawandel oder Biodiversivitätsverlust sowie vor allem auch der Schutz besonders vulnerabler Gruppen beim Wiederaufbau prioritär seien. Das transformative Potenzial der Digitalisierung solle genutzt werden, ebenso seien freier, fairer, stabiler Handel und Investitionen sowie offene Märkte zentral für die wirtschaftliche Erholung. Für resilientere globale Lieferketten müsse der Fokus auf Diversifizierung bzw. Beseitigung bestehender Barrieren in den Lieferketten gelegt werden. Protektionismus sei keine Option. Die forcierte Implementierung der OECD-Standards für unternehmerische Verantwortung könne die Resilienz von Lieferketten weiter stärken. Unisono gaben alle VertreterInnen ein klares Bekenntnis zur Notwendigkeit für mehr internationale Kooperation bei der Bewältigung dieser globalen Krise ab und für ein globales Level Playing Field. Die OECD wurde aufgefordert, die Erholungsphase mit ihrem analytischen und datenbasierten Potenzial beratend zu begleiten, da sie auch die notwendigen Tools habe, um Daten über gesetzte Maßnahmen und deren Auswirkungen zu sammeln und zu analysieren und so zu einer Verbesserung der erforderlichen Transparenz beizutragen, sowie wurde die OECD und ihre wichtige Rolle als internationale Plattform für die globale Kooperation auch mit G20, G7 oder APEC bekräftigt.

Nähere Informationen zum MCM 2020 finden Sie auf der OECD-Homepage sowie unter

http://www.oecd.org/mcm/Key-issues-paper-MCM2020.pdf (Key Issues Paper)

http://www.oecd.org/mcm/C-MIN-2020-7-FINAL.en.pdf (Minister Statement)

https://oecdtv.webtv-solution.com/7070/or/VIRTUAL-Opening-and-Leaders-Session.html (zusammenfassendes Video von der Opening Session am 28. Oktober)

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Die OECD, gegründet 1961 mit Sitz in Paris, ist ein Forum für Regierungen zum Erfahrungsaustausch und zur Lösung gemeinsamer Probleme. Das Ziel ist, Politiken zu fördern, die die Wirtschaft und den Wohlstand der Menschen auf der gesamten Welt verbessern. Die OECD arbeitet mit den Regierungen für ein besseres Verständnis über wirtschaftliche, soziale und Umweltveränderungen. Analysen und Datenvergleiche sollen zukünftige Trends voraussagen. Die OECD setzt internationale Standards in einer Vielzahl von Bereichen.

Basierend auf Fakten und Erfahrungen empfiehlt die OECD Politiken, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Die OECD arbeitet zusammen mit den Unternehmen durch das Beratende Komitee für Wirtschaft und Industrie der OECD (BIAC) und mit der Vertretung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen durch das Beratende Komitee der Gewerkschaften (TUAC). Kontakte werden seitens der OECD auch mit anderen Organisationen der Zivilgesellschaft gepflegt. Gemeinsame Leitlinien sind Marktwirtschaft, demokratische Institutionen und der Fokus auf das Wohlergehen aller Bürgerinnen und Bürger.

Die OECD unterstützt ihre Mitgliedsländer in ihren Bestrebungen:

  • ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern
  • neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen
  • den Lebensstandard zu verbessern
  • Finanzstabilität zu gewährleisten
  • in anderen Ländern zu einem Wirtschaftswachstum beizutragen
  • das Wachstum des Welthandels zu fördern

Die OECD stellt sich in ihrer Arbeit auch den großen Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft. Schwerpunktthemen sind u.a die Stimulierung der digitalen Innovation, neue Märkte und Arbeitsplätze, die Digitale Sicherheit oder die Verbesserung der Digitalisierung in der Verwaltung. (Siehe auch das OECD-Projekt "Going Digital" unter http://www.oecd.org/going-digital/project/).

Weiterführende Informationen

OECD-Website

OECD-Mitgliedstaaten

Kontakt

OECD, Nachhaltigkeit: oecd@bmdw.gv.at