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Weiterentwicklung der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen

Die Leitsätze sind Teil der OECD Erklärung über internationale Investitionen und multinationale Unternehmen und gehen auf 1976 zurück. Sie wurden seither mehrfach überarbeitet und neuen Entwicklungen angepasst. Die letzte Aktualisierung erfolgte 2011 und endete mit der Annahme der überarbeiteten Leitsätze durch den OECD-Ministerrat am 25. Mai 2011 anlässlich der Feier des fünfzigjährigen Jubiläums der OECD.

Seit der letzten Aktualisierung im Jahr 2011 ist dem Thema "Menschenrechte" ein eigenes Kapitel gewidmet, welches – im Einklang mit den Leitlinien der Vereinten Nationen für Unternehmenstätigkeit und Menschenrechte – zum Ziel hat, multinationale Unternehmen dabei zu unterstützen, negative Auswirkungen durch ihre Geschäftstätigkeiten auf allgemein anerkannte Menschenrechte zu verhindern bzw. ganz zu vermeiden. Als erstes zwischenstaatliches Abkommen beinhalten die OECD-Leitsätze auch seit der letzten Aktualisierung Empfehlungen betreffend die Wertschöpfungskette/Lieferkette von Unternehmen. So wird die Geltung der Leitsätze über den Bereich der Investitionen hinaus auch auf sonstige Geschäftsbeziehungen, wie Zulieferer und andere Geschäftspartner, ausgeweitet. Dies jedoch unter der Voraussetzung, dass das Unternehmen auf diesen Personenkreis auch einen tatsächlichen, entsprechenden Einfluss hat. Am 31. Mai 2018 veröffentlichte die OECD den neuen Leitfaden zur Sorgfaltspflicht für alle Sektoren. Dies ist ein weiterer Meilenstein für die Weiterentwicklung der Sorgfaltspflicht in der Lieferkette. Der Leitfaden ist auf alle Unternehmen anwendbar und stellt eine Ergänzung zu den sektorspezifischen Leitfäden dar.

OECD Leitfaden zur Sorgfaltspflicht für alle Sektoren

OECD Leitfaden zu Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten

OECD Leitfaden zu Lieferketten in der Landwirtschaft

OECD Leitfaden zur Stakeholderbeteiligung im Bergbau-, Öl- und Gassektor

OECD Leitfaden zu Lieferketten in der Textil- und Schuhindustrie

OECD Leitfaden für den Finanzsektor

OECD Forum zur Sorgfaltsprüfung in der Textil- und Schuhindustrie

Am 30. und 31. Jänner 2018 fand in Paris das OECD-Forum zur Sorgfaltsprüfung im Textil- und Schuhsektor statt. Ziel des Forums war der Austausch zwischen Vertretern von Unternehmen, Gewerkschaften und Brancheninitiativen zum Thema Sorgfaltsprüfungen im Textil- und Schuhsektor. Der österreichische Nationale Kontaktpunkt war mit Iris Hammerschmidt beim Forum vertreten.

Fortschritte in der Implementierung von Sorgfaltsprüfungen

Das deutsche Sekretariat des Bündnisses für nachhaltige Textilien und das Dutch Agreement on Sustainable Garments and Textiles präsentierten in einer gemeinsamen Sitzung die Schwerpunkte und jüngsten Ergebnisse ihrer Arbeit. So haben sich die Mitglieder des deutschen Textil-Bündnisses verpflichtet, jährlich einen individuellen Maßnahmenplan mit konkreten Zielen in den Bereichen Chemikalien- und Umweltmanagement, Naturfasern, Sozialstandards sowie existenzsichernde Löhne zu erstellen und zu veröffentlichen. Erfolgt die Abgabe nicht, sollen Sanktionen bis hin zum Bündnisausschluss greifen.

Eine strategische Kooperation der beiden Initiativen sieht die Angleichung der Nachhaltigkeitsanforderungen vor. Dadurch werden Synergien für Unternehmen geschaffen und die Wirkung in den Produktionsländern verstärkt. Durch eine assoziierte Mitgliedschaft profitieren die Mitglieder unter vereinfachten Bedingungen von den Unterstützungsangeboten der jeweils anderen Initiative.

Während des Forums wurde ein Memorandum of Understanding zwischen der OECD und dem Chinesischen Nationalen Textil- und Bekleidungsrat (CNTAC) unterzeichnet. Dieses trägt dem hohen Marktanteil von 40 Prozent Chinas in diesem Sektor Rechnung und sieht den gemeinsamen Aufbau von Schulungen, Instrumenten, Workshops und potentieller Forschung vor, um die CNTAC-Mitgliedsunternehmen zur Durchführung von Sorgfaltsprüfungen zu befähigen.

Herausforderungen und Brancheninitiativen in der Lederindustrie

Dieser Workshop hatte die Komplexität der Lederlieferkette und die Herausforderungen für die Rückverfolgbarkeit zum Thema. Vorgestellt wurde ein von der europäischen Lederindustrie entwickeltes Online-Risikomanagement-Tool, das kleine und mittlere Gerbereien bei der Vorbeugung und Bewältigung von Risiken für Gerbereiarbeiter unterstützen soll. Dieses ist kostenfrei zugänglich und deckt Risiko-Bereiche der Leder- und Gerbereiindustrie wie etwa Arbeitsschutzmanagement, Inhouse-Transport, Notfallmanagement, Arbeiten mit Rohhaut und Häuten und die Verwendung von Maschinen und Chemikalien ab.

European leather industry (Website)

Kontakt

Mario Micelli
Österreichischer Nationaler Kontaktpunkt (öNKP) für die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
Stubenring 1, 1010 Wien
E-Mail: NCP-Austria@bmdw.gv.at
Telefon: (+43) 1 711 00-805240 oder 805050
Fax: (+43) 1 711 00-8045050