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Österreichs Wirtschaftsbeziehungen mit Afrika sowie mit dem Nahen und Mittleren Osten

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen mit Subsahara-Afrika

Österreichs Warenhandel mit den afrikanischen Staaten südlich der Sahara repräsentierte – nach den Außenhandelsdaten 2019 – mit 2,0 Mrd. Euro etwa 0,6 Prozent des gesamten österreichischen Handelsvolumens. Das entsprach 2019 in etwa der außenwirtschaftlichen Bedeutung Kroatiens oder Indiens, und würde in der Reihung der wichtigsten österreichischen Handelspartner den 21. Rang einnehmen.

2019 war für den österreichischen Warenverkehr mit Subsahara-Afrika ein gutes Jahr: Das bilaterale Handelsvolumen stieg gegenüber 2018 um 10,4 Prozent. Die österreichischen Importe stiegen um 11,8 Prozent, die Exporte verzeichneten einen Anstieg in Höhe von 9,3 Prozent.

Auch im Jahr 2019 war Südafrika mit Ausfuhren im Wert von 608 Mio. Euro der wichtigste Exportmarkt für österreichische Waren in der Region Subsahara-Afrika. Mit Abstand folgten die Exporte nach Mali (130,5 Mio. Euro), Nigeria (104 Mio. Euro), Senegal (40 Mio. Euro) und Kenia (36,5 Mio. Euro).

Wichtigstes Herkunftsland österreichischer Einfuhren aus Subsahara-Afrika war 2019 Südafrika, aus dem Österreich Waren im Wert von 572 Mio. Euro einführte. Danach folgten Nigeria (121 Mio. Euro), Cote d‘Ivoire (47 Mio. Euro), Mosambik (23,5 Mio. Euro) und Ghana (18 Mio. Euro).

Studie "Digitalisierung in den Zukunftsmärken Subsahara Afrikas"

Zukunftsmärkte wie Subsahara-Afrika (SSA) weisen ein rasantes Wirtschaftswachstum auf. Gemäß der österreichischen Außenwirtschaftsstrategie soll das Engagement der österreichischen Unternehmen auf diesen Märkten ausgebaut werden, um die Partizipation am globalen Wirtschaftsaufschwung zu maximieren und den Wohlstand in Österreich zu sichern. Gerade in Zeiten globaler Krisen kann eine Marktdiversifizierung abseits der klassischen Exportmärkte die Resilienz der heimischen Wirtschaft erhöhen.

Durch den rasanten Ausbau der IKT-Infrastruktur und den zunehmenden Bemühungen der Regierungen, einen effizienten und funktionierenden institutionellen Rahmen zu schaffen, gewinnt die Digitalisierung auch in SSA zunehmend an Bedeutung. Die Studie untersucht die Rolle von Digitalisierung im SSA-Geschäft und die umsatzsteigernden Potentiale, die sich aus digitalen Lösungen für österreichische Unternehmen ergeben, sowie die Möglichkeiten mit operativen Herausforderungen besser umgehen zu können.

Laut Studienergebnissen ergeben sich aus der Digitalisierung einerseits Umsatzchancen bei dem Aufbau der nötigen Infrastruktur im Zusammenhang mit Urbanisierung oder Umweltschutz und andererseits schaffen neue digitale Geschäftsmodelle, wie z.B. Pay-per-Use oder Rent-instead-of-Buy, neue Möglichkeiten sich auf Märkten wie in SSA zu engagieren.

Außerdem unterstützt die Digitalisierung Unternehmen beim besseren Umgang mit den herausfordernden operativen Rahmenbedingungen im SSA-Geschäft. Durch digital basierte Technologien können z.B. Effizienzsteigerungen in sicherer Logistik erreicht, Fernwartungslösungen im After-Sales Bereich angeboten oder Arbeitnehmer via e-Learning ausgebildet werden.

Aktuell lassen österreichische Unternehmen viele Möglichkeiten ungenutzt, welche die Digitalisierung im SSA-Geschäft bietet. Es wird eine größere Offenheit für die Nutzung von Digitalisierung in SSA empfohlen, um in den dortigen Märkten besser aufgestellt zu sein.

Link zur Studie: Digitalisierung in den Zukunftsmärkten Subsahara Afrikas (PDF, 601 KB) (BMDW, Juni 2020)

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen mit den Staaten Nordafrikas und dem arabischem Raum

Die MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) umfasst die Staaten Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Palästina, Israel, Libanon, Syrien, Jordanien, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Jemen und den Iran. 2019 betrug Österreichs Waren-Handelsvolumen mit diesen Staaten 5,0 Mrd. Euro. Dies entspricht etwa 1,6 Prozent des österreichischen Gesamt-Handelsvolumens.

Laut den Außenhandelsdaten 2019 sanken die österreichischen Importe aus der MENA-Region um 7,9 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro an. Die Exporte verzeichneten einen Rückgang um 3,0 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro. Die Handelsbilanz Österreichs mit der MENA-Region ist dennoch positiv, das Plus beträgt ca. 410 Mio. Euro.

Die wichtigsten Exportdestinationen innerhalb der MENA-Region waren 2019 die Vereinigten Arabischen Emirate mit 478 Mio. Euro, gefolgt von Israel mit 407 Mio. Euro und Saudi-Arabien mit 400 Mio. Euro. Die wichtigsten Importdestinationen waren Libyen mit 831 Mio. Euro, der Irak mit 546 Mio. Euro und Marokko mit 180 Mio. Euro.

Kontakt

Amerika, Afrika, Naher und Mittlerer Osten, Weltausstellungen (Expo): wirtschaftsbeziehungen-afrika@bmdw.gv.at