Wirtschaftsstandort, Innovation & Internationalisierung

OECD-Länderberichte

Die OECD- Länderberichte sind neben der OECD-Wirtschaftsprognose und der OECD-Wachstumsstrategie (Going-for-Growth), die zentralen Publikationen im Bereich der Wirtschafts- und Wachstumspolitik auf OECD-Ebene.

Zur Erstellung der einzelnen Länderberichte, wird alle 18 bis 24 Monate eine OECD-Länderprüfung durch den wirtschaftspolitischen Prüfungsausschuss (EDRC - Economic and Development Review Committee) für jedes OECD-Mitgliedsland sowie die Beitrittsländer und die Länder mit verstärkter Zusammenarbeit durchgeführt. Die Länderberichte sind auf langfristige makroökonomische Entwicklungen ausgerichtet und identifizieren strukturelle Hauptherausforderungen des Landes sowie mögliche Handlungsoptionen zur Politikgestaltung. Der Schwerpunkt 2017 lag auf Digitalisierung (Schwerpunkt vergangener Jahre: 2009 Bildung, 2011 Gesundheit, 2013 Wellbeing, 2015 Gender Balance).

Wichtigste Ergebnisse des Länderberichtes:

Makroökonomisches Umfeld: Österreich wird als stabile und wohlhabende Wirtschaft eingeschätzt, dessen Wachstum nach der Steuerreform 2016 und der Erholung der Exporte aufgeholt hat. Wie in den meisten OECD-Ländern ist das Trendleistungswachstum seit den 1990ern aber rückläufig. Das Arbeitsangebot hat sich erweitert (durch die zunehmende Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen und älteren Menschen sowie der Zunahme der Einwanderung), aber die Arbeitsstunden pro Beschäftigten sind rückläufig. Die Produktivität hat sich verlangsamt und Österreich hat Marktanteile innerhalb regionaler Wertschöpfungsketten verloren. Die Investitionen haben sich jüngst wieder verbessert, aber Unternehmensdynamik, Start-up-Raten und die Erneuerung von Geschäftsmodellen sind schwächer als in den Peer-Ländern. Eine Wiederbelebung der Geschäftsdynamik würden Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsnachfrage verbessern und sowohl Wachstum als auch sozialen Zusammenhalt fördern.

Digitalisierung: der Unternehmenssektor passt sich der globalen digitalen Revolution an, wenn auch langsamer als in den fortgeschrittensten Ländern, v.a. bei kleineren Firmen. Die Annahme von IKT-Anwendungen durch Haushalte ist sehr unterschiedlich: Während Jugendliche und Personen mit höhere Bildung rasch mit globalen Trends umgehen, hinken ältere Generationen und Personen mit geringerem Bildungsniveau als auch Immigranten hinterher. Die Förderung einer breit angelegten Diffusion von hochmodernen Technologien und digitalen Innovationen würde dazu beitragen, Geschäftsmodelle, Arbeitspraktiken und Lebensweisen in ganz Österreich zu erneuern und Produktivitätswachstum, Wohlergehen und sozialen Zusammenhalt fördern.

Die digitale Transformation gestaltet Produktionsprozesse neu und verändert Beziehungen zwischen Arbeit und Freizeit, Kapital und Arbeit, Qualifizierten und Unqualifizierten, Wohlhabenden und weniger Wohlhabenden. Um sozialen Zusammenhalt zu bewahren (Chancengleichheit und angemessene Umverteilung der Digitalisierungsgewinne), ist ein umfassender politischer Ansatz erforderlich. Schulen müssen neben den traditionellen auch digitale Fähigkeiten sicherstellen. Personen, die das Bildungssystem bereits verlassen haben, müssen dies über lebenslange Lernangebote nachholen. Verbesserte Koordination der vielen Stakeholder des Bildungssystems ist nötig, damit die Bildungsangebote den veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes besser entsprechen.

Die OECD schlägt daher eine Reihe von Empfehlungen vor, um diesen Herausforderungen zu entgegnen.

OECD Länderbericht 2017 - Downloadbares pdf
OECD Länderberichte 1962 bis einschließlich 2017 - Langfassungen

Kontakt

Abteilung II/10 - Volkswirtschaftliche Grundsatzabteilung und Analyse: post.II10_19@bmdw.gv.at

Letzte Änderung am: 19.03.2019 12:40